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Sep.

Brillengröße messen: was 54-17-140 auf dem Bügel bedeutet

Die drei Zahlen auf der Innenseite Ihres Brillenbügels sind Glasbreite, Stegbreite und Bügellänge – jeweils in Millimetern. 54-17-140 bedeutet also: 54 mm breites Glas, 17 mm Nasensteg, 140 mm langer Bügel. Wer diese drei Werte kennt, kann online eine passende Fassung finden, ohne sie anprobiert zu haben.

Wo Sie die Zahlen finden

Nehmen Sie Ihre aktuelle Brille und klappen Sie einen Bügel auf. Auf der Innenseite – meist auf dem linken Bügel, manchmal auch auf der Innenseite des Nasenstegs – steht eine Zahlenkombination wie 54□17 140 oder 54-17-140. Das kleine Quadrat zwischen den ersten beiden Zahlen ist das sogenannte Boxing-Symbol und bedeutet nichts weiter, als dass nach dem internationalen Boxing-System gemessen wurde.

Direkt daneben stehen oft noch Modellname und Farbcode. Beides brauchen Sie nicht, um die Größe zu bestimmen – wohl aber, wenn Sie dasselbe Modell noch einmal bestellen möchten.

Was die drei Werte bedeuten

WertWas gemessen wirdTypischer BereichWas passiert, wenn er nicht stimmt
Glasbreite (1. Zahl)Die breiteste Stelle eines Glases46–58 mmZu groß: die Fassung rutscht und wirkt maskenhaft. Zu klein: das Sichtfeld wird eng.
Stegbreite (2. Zahl)Abstand zwischen den beiden Gläsern14–22 mmZu groß: die Brille rutscht auf die Nase. Zu klein: sie drückt und hinterlässt Abdrücke.
Bügellänge (3. Zahl)Vom Scharnier bis zur Bügelspitze135–150 mmZu kurz: die Brille drückt hinter dem Ohr. Zu lang: sie sitzt locker und kippt nach vorn.

Die Summe aus zweimal Glasbreite, Stegbreite und den beiden Backen ergibt die Brillenbreite – also die Gesamtbreite der Fassung. Diesen Wert geben wir bei jedem Modell separat an, weil er für den Sitz oft aussagekräftiger ist als die Glasbreite allein. Mehr dazu im Ratgeber Die richtige Brillenbreite finden.

Die vierte Zahl, die kaum jemand kennt

Neben den drei geprägten Werten gibt es die Glashöhe. Sie steht selten auf dem Bügel, entscheidet aber mit darüber, ob eine Fassung zu Ihrem Gesicht passt – und ob Gleitsichtgläser überhaupt sinnvoll eingearbeitet werden können. In unserem Sortiment liegen die häufigsten Glashöhen zwischen 38 und 46 mm. Fassungen unter 30 mm Glashöhe sind für Gleitsicht in der Regel ungeeignet.

Kein altes Modell zur Hand? So messen Sie selbst

Sie brauchen ein Lineal mit Millimeterskala und einen Spiegel.

  1. Gesichtsbreite bestimmen: Messen Sie im Spiegel den Abstand von Schläfe zu Schläfe – also dort, wo die Bügel später aufliegen. Dieser Wert entspricht ungefähr der passenden Brillenbreite.
  2. Pupillenabstand grob prüfen: Halten Sie das Lineal waagerecht an die Nasenwurzel und messen Sie von Pupillenmitte zu Pupillenmitte. Als Faustregel gilt: Glasbreite plus Stegbreite sollte in der Nähe dieses Werts liegen.
  3. Bügellänge abschätzen: Messen Sie vom äußeren Augenwinkel bis zur Oberkante des Ohrs und rechnen Sie etwa 90 mm dazu. Die meisten Erwachsenen landen damit bei 140 oder 145 mm.

Genauer als der Blick in eine vorhandene, gut sitzende Brille ist diese Methode nicht – aber sie reicht, um die richtige Größenklasse einzugrenzen.

Welche Größen bei uns am häufigsten vorkommen

Ein Blick in unser eigenes Sortiment zeigt, wo der Markt tatsächlich liegt. Die mit Abstand häufigste Bügellänge ist 140 mm, dicht gefolgt von 145 mm. Bei der Stegbreite dominieren 16 bis 18 mm. Die häufigsten Glasbreiten liegen zwischen 51 und 55 mm – mehr als die Hälfte aller Fassungen fällt in dieses Fenster.

Praktisch heißt das: Wenn Ihre Werte in diesen Bereichen liegen, steht Ihnen der größte Teil unseres Sortiments offen. Liegen Sie deutlich darunter oder darüber, lohnt es sich, gezielt über die Größenfilter zu suchen, statt sich durch alle Brillenfassungen zu klicken.

Drei Fehler, die immer wieder passieren

Die Zahlen mit der Sehstärke verwechseln. Dioptrienwerte stehen nie auf der Fassung, sondern nur in Ihrem Brillenpass. Die Zahlen auf dem Bügel sagen nichts über Ihre Sehstärke aus.

Nur auf die Glasbreite achten. Zwei Fassungen mit identischer Glasbreite können völlig unterschiedlich sitzen, wenn Steg und Backen abweichen. Prüfen Sie immer alle drei Werte.

Von der Sonnenbrille auf die Korrektionsfassung schließen. Sonnenbrillen fallen häufig bewusst größer aus. Übertragen Sie deren Maße nicht eins zu eins auf eine Fassung für den Alltag.

Häufige Fragen

Wie viel Abweichung ist in Ordnung?

Bei der Glasbreite sind ±2 mm meist unproblematisch, bei der Stegbreite ±1 mm. Die Bügellänge lässt sich bei vielen Metall- und Azetatfassungen nachträglich anpassen – bei randlosen Modellen deutlich weniger.

Gilt die Größe auch für Sonnenbrillen?

Das Messsystem ist identisch, die Passform-Erwartung nicht. Viele Sonnenbrillen sollen bewusst breiter und höher sitzen, um seitlich einfallendes Licht abzuschirmen.

Kann ich die Bügellänge nachträglich ändern lassen?

Bügel aus Metall lassen sich in gewissem Rahmen nachbiegen, Azetatbügel lassen sich erwärmen und anpassen. Ein Optiker vor Ort macht das meist in wenigen Minuten. Mehr zu den Materialeigenschaften im Ratgeber Brillenmaterialien im Vergleich.

Woher weiß ich, ob eine Fassung zu meiner Gesichtsform passt?

Größe und Form sind zwei verschiedene Fragen. Zur Form haben wir einen eigenen Ratgeber: Welche Brille passt zu welcher Gesichtsform?

Stand: September 2026. Die genannten Häufigkeiten beziehen sich auf unser aktuelles Sortiment und ändern sich mit dem Bestand.

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